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trauen sie sich
liebe leser,
mein erster beitrag befasst sich mit etwas grundsätzlichem
- vielleicht auch, um dem einen oder anderen etwas mehr mut zu machen:
es gibt kein "richtig" oder "falsch"
es hört sich vielleicht banal an - ist es
aber nicht.
es ist ihr zu hause, ihr heim, ihr schutz. sie "müssen"
dort leben und sie sollen sich dort wohl fühlen.
so ist es auch mit dem kinderzimmer. ihr kind - ihre kinder sollen
sich dort wohl und zu hause fühlen. das kinderzimmer ist ein
wichtiges element der kindheit und der entwicklung. ein kinderzimmer
bedeutet identifikation, ein eigener raum, rückzug und vertrauen.
es ist aber auch ein raum, in dem das familienleben stattfindet.
es ist ihr zimmer - sie und ihre kinder werden es beleben - im wahrsten
sinne des wortes - und gemeinsam aufwachsen.
hören sie in sich hinein. versuchen sie zu verstehen, wer sie
sind und was sie wollen. das ist dann der punkt, an dem ich ihnen
helfen kann ihre eigenen vorstellungen umzusetzen - nicht mehr,
aber auch nicht weniger. lassen sie sich von keiner fachzeitschrift,
von keiner fernsehzeitung und von keinem experten incl. mir erzählen,
was gut für sie und ihre familie ist -entscheiden sie selbst.
das hört sich jetzt selbstverständlich und komisch an?
ich weiss von vielen, vielen gesprächen, wie verunsichert viele
familien sind. jeder möchte natürlich nur das beste für
seine kinder und familie. das ist verständlich und legitim,
aber baut auch ungeheuren druck auf. unter diesem druck und unter
dem eindruck vieler informationen ensteht die verunsicherung etwas
falsch zu machen.
vergessen sie es - glauben sie sich!
so unendlich viel ist von trend, mainstream und
mode abhängig. meine güte - wenn ich daran denke, wie
sich meine eltern eingerichtet haben. in den 70 igern wurde bei
uns der dunkelolivgruene teppich verlegt. dazu vereinzelte flokatiteppiche
- für die jüngeren: das sind die langharigen, in denen
man das frühstück der vergangenen 5 jahre wiederfindet
- . prima orangefarbene lampen, grasfasertapete und messingbeistelltische,
um nur einige der grausamkeiten zu nennen. glauben sie nicht, dass
ich aus schlechten verhältnissen kam. meine eltern hatten wirklich
ein händchen
und geschmack. ich kam also aus gutem hause. ein, zwei dinge stehen
heute im museum, bei vielem wird einem nur schelcht. aber damals
war es furchtbar hip. freunde machten grosse augen und lobten uns
für unseren ausgewählten geschmack.
ja und dann die coolen 80 iger. wenn man sich das heute anschaut
bekommt man schüttelfrost. sie sehen, wie subjektiv und zeitabhängig
viele dinge sind. und die dinge fand man zu seiner zeit gut und
schön. gepusht von livestylemagazinen, von berühmtheiten,
die es vorlebten und von vielen geschäften, die ihr zeug natürlich
auch verkaufen wollten - sprich der werbung. gut - das könnte
jetzt auch ein eigentor sein, wird aber nicht unwahrer dadurch.
man wird geprägt. ob man will oder nicht. das ist der preis,
den wir für trends bezahlen, die uns vermeintlich gefallen.
dabei wird es immer schwerer zu fühlen, was man möchte,
wer man ist -wie und wo man sich wohlfühlt. es sind die wurzeln,
die uns abhanden kommen.
ich möchte hier keine weltuntergangsstimmung verbreiten. ich
möchte nur meinem grundsatz in meinem persönlichem leben,
aber auch in meinem job das wort reden.
werden, sein und bleiben sie sich treu.
sie fragen sich, was das ganze gerede mit kinderzimmern zu tun hat?
ich finde eine ganze menge. kinder sind unverdorben. kinder haben
ein unglaubliches gespür für schönheiten, harmonie,
ästhetik. kinder wissen ganz genau, was sie wollen. kinder
sind in ihrem fühlen und denken authentisch und archaisch.
was glauben sie, warum ich meinen beruf so sehr liebe?
vertrauen sie ihnen und vor allen dingen glauben sie ihnen!
ich bin der festen auffassung, dass es so etwas wie schönheit
und wohlfühlen gibt. sicherlich sind nuancen und feinheiten
subjektiv. aber das grobe raster ist bei uns allen ähnlich.
wir sind einfach und gleich gestrickt. traurig aber wahr. oftmals
überdeckt durch zeitgeist (s.o). aber unter der oberfläche
ticken wir alle gleich.
das ist übrigens mein persönlches studientrauma. dort
gab es einige professoren, die uns lehrten, dass es eben eine bessere
"schönheit" gibt. "schönheit" in anführungsstrichen,
weil das wort an sich schon tabu war. das wort schönheit in
den mund zu nehmen war verpönt. war es doch ein zeichen von
gestalterischem dilettantismus. hatte es doch so wenig von hochgeistiger
erleuchtung der wahren und edlen "schönheit" zu tun.
alles quatsch.
wahre schönheit kommt von innen - im wahrsten sinne des wortes.
ihr herz und ihr bauch wird ihnen zeigen und sagen, was schön
ist, wie und wo sich wohl fühlen. bewahren sie sich das gefühl
- lernen sie von ihren kindern!
eigentlch wäre das ein prima schlusswort, aber ich bin noch
nicht ganz fertig. ich komme noch einmal zum anfang.
osterei5
machen sie doch, was sie wollen.
aber machen sie es wirklich und zwar konsequent. auch wenn sie alle
für verrückt erklären. und wenn sie grüne punkte
auf lilakariertem untergrund haben möchten, dann machen sie
es an die wände. ich möchte ausdrücklich betonen,
dass ich all denjenigen, die lilakarierte tapeten an den wänden
haben, nicht zu nahe treten will ! glauben sie sich einfach.
jetzt werden sie sich vielleicht fragen, warum sie sich mich brauchen?
was soll das alles hier?
nun ja - vielleicht ahnen sie, wo sie hinmöchten. sie wissen
vielleicht, was ihnen vorschwebt, kennen aber nicht die eingangstür
zu lösung? hier kann ich sie an die hand nehmen und ihnen helfen
herauszubekommen, was sie suchen, wo sie hinmöchten. ich kann
ihnen auch sagen, dass sie mit grünen punkten auf lilakariertem
muster vielleicht nicht so gut fahren, wenn sie einen raum der ruhe
und geborgenheit suchen. ich kann ihnen vielleicht für und
wieder einiger dinge erläutern. ich kann sie auf ihrem weg
unterstützen. manchmal gibt es aber auch ganz weltliche probleme
in form von komplizierten grundrissen und anderen vorgaben. in letzter
konsequenz müssen sie aber entscheiden und vor allen dingen
mit dem leben, was sie sich (mit meiner hilfe) eingebrockt haben.
denken sie vor allen dingen daran, auch und gerade dann, wenn sie
gerade neu bauen. und an dieser stelle möchte ich einigen kollegen
(architekten) gegen das schienbein treten.
ich habe zu oft die erfahrung machen müssen, dass häuser
nach zu vielen formalien und äusserlichkeiten geplant und entworfen
werden. symetrie, interessante formen und auffällige materialien
mögen von aussen ja ganz toll sein. der ein oder andere nachbar
wird auch ganz neidisch sein. denken sie aber bitte immer daran,
dass sie in diesem haus leben wollen. leben mit alltäglichen
bedürfnissen und wünschen.
von aussen mag es furchtbar wichtig sein das fensterraster beizubehalten
- bis sie merken, dass sie im kinderzimmer nicht einmal platz haben,
ein normales bett zu stellen. nach dem fensterraster werden die
wegezonen innerhalb des hauses definiert. interessant, wenn sie
die kinderzimmertür aufmachen und gegen die wand laufen. repräsentation
ist gut und schön. was ist , wenn die kleine marie nachts aufwacht
zu ihren eltern ins bett krabbeln will und mit ihrer lieblingspuppe
erst einmal vom südflügel über den mitteltrackt in
den nordflügel laufen muss. häuser, in denen garderoben
um ein vielfaches grösser sind, als die kinderzimmer, häuser,
in denen jedes kind sein eigenes bad hat, aber nicht genügend
licht in seinem zimmer?
sie glauben mir nicht? alles selbst erlebt - und das wohlgemerkt
bei neubauten.
überlegen sie sich, wer sie sind, wie sie leben wollen und
vor allen dingen wie sie wirklich leben. das leben wird nun mal
von den alltäglichkeiten bestimmt. nachts aufstehen und pipi
machen, morgens in unterhose an den kühlschrank schleppen,
abends bei einer pizza die beine auf den tisch legen, über
das spielzeug im wohnzimmer stolpern, fussball im flur spielen,
verstecken in den schränken, höhlen bauen, der kaufladen
in der küche, schminken im bad, modenschau im elternschlafzimmer
und noch so viel mehr. das ist das leben - das normale leben.
hören sie auf sich - hören sie auf ihr
herz - hören sie auf ihre kinder - und dann ist auch alles
erlaubt.
so - das war jetzt das schlusswort.
herzlichst
ihr oliver beil
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