liebe leser,
ein bett ist ein bett ist ein bett - oder so ähnlich. ein bett ist keine burg, keine piratenhöhle und kein schloss. oder doch?
es gibt viele, viele kinderbetten, die als abenteurerbetten und/oder spielbetten konzipiert werden. sie laden zum spielen, toben und träumen ein - sagt man. und das stimmt sicherlich auch. wenn ich das aber thematisiere, dann ahnen sie bereits, dass ich diesen umstand zumindest sehr zwiegespalten sehe. sicherlich ist so ein abenteuerbett eine schöne sache. welch kleines und auch grosses kind träumt nicht von einer traumwelt. incl. einem klettergerüst, steurrad, seilen und vielem mehr? toben, entdecken und spielen. segel setzen, mit der kutsche durch das eigene märchenreich und schlossherr oder herrin sein. der fantasie und auch dem angebot sind hierbei keine grenzen gesetzt. einiges finde ich persönlich auch sehr schön und attraktiv.
aber in diesem zusammenhang habe ich mal eine ganz doofe frage: muss es unbedingt das bett sein?
ein bett ist in allererster linie ein möbel. und zwar das wichtigste möbel in unserem leben. ein ort der ruhe und ein platz des rückzuges. im bett sagt man dem tag aufwiedersehen und schaltet mindestens 3 gänge zurück. zumindest ist das der optimalfall. ein bett ist der ort von nähe und zwar zwischen eltern und kindern. was gibt es schöneres und vertrauteres, als sein kind mit einer gute nacht geschichte in den schlaf zu verabschieden? mit dieser bedeutung des kinderbettes definiert sich aber auch seine aura und seine symbolhaftigkeit. wenn ich ein bett sehe, dann möchte ich an schlafen, ruhen und zur ruhe kommen denken. und nicht aktion, abenteur und spiel. ist das eine blöde einstellung? ich weiss es nicht und ich bin mir ehrlich gesagt auch nicht immer sicher. schlafen hat eben auch etwas mit träumen und somit mit abenteur zu tun - vielleicht.
ehrlch gesagt tendiere ich dazu den aktionsgedanken im zusammenhang mit kinderbetten nicht so toll zu finden. damit hier keine missverständnisse entstehen. ich rede hier nicht von einer schönen (textilen) dekoration und kinderbetten, die ein bestimmtes thema wiederspiegeln. ich rede hier von kleinen abenteurspielplätzen, die zu allem einladen nur nicht zum schlafen. kinderbetten, die ebensoviele assoziationen wecken nur nicht ruhe und geborgenheit. mein kind soll abends zur ruhe kommen nicht zu abenteuern und spielen animiert werden. es gibt so viele möglichkeiten dieses bedürfnis auszuleben und diese sehnsucht zu befriedigen. aber muss es unbedingt der schlafplatz sein?
wir alle bemängeln die reizüberflutung. die vielzahl an aktivitäten und angeboten, die uns tagtäglich "auf allen kanälen"
über den weg läuft. 24 stunden am tag informationen, termine, pflichten und angebote. muss sich das unbedingt gerade an dem ort fortsetzen, der wie kein anderer ort das gegenteil symbolisiert?
es mag sein, dass diese haltung auf den ersten blick etwas übertrieben anmutet. aber ich denke, dass sie bereits beim zweiten blick auch ein körnchen wahrheit in sich trägt. die grundsätzliche frage, ob jeder zentimeter und jede sekunde unseres tages mit inhalten, aktionen und animation gefüllt sein muss. oder ob das genaue gegenteil nicht auch ein luxus sein kann. und ich gebe zu, dass die grenzen fliessend sind und somit auch sehr individuell definiert werden. ein kinderbett mit einer schönen bettwäsche, einem blauen segel und einer schublade mit bullauge kann ein wundervolles schiffsbett zum träumen sein. ganz ohne figuren, ohne klettergerüst, ohne rutsche, ohne stricke zum schwingen, ohne leitern, ohne hängebrücken, ohne, ohne, ohne ... auch hier gilt - wie so oft - mut zur lücke. freiräume für geist, seele und muße.
ist doch eigentlich auch ein gedanke wert - oder?
in diesem sinne herzliche grüsse
ihr oliver beil
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